LiLu.tk - Mit dem Fahrrad durch die Welt

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Asien Asien

Die DDR war klein und andere Länder außer die Tschechoslowakei waren ohne bürokratischen Aufwand nicht zu besuchen. So waren die Ziele für große Fahrradtouren sehr begrenzt. Eines Tages bekam ich einen Anruf aus Karl-Marx-Stadt (Chemnitz) mit der Frage, ob ich Lust hätte an der 5. MIFA-Fahrradexpedition durch Mittelasien teil zu nehmen. Im ersten Moment erschien mir das ehr teuer als reizvoll.
Als ich einer Kollegin davon erzählte, fragte sie mich, wie ich da noch überlegen kann. Tausende von DDR-Bügern würden Jahre warten um eine der überaus begehrten Pauschalreisen im Reisebüro zu ergattern, um einmal das orientalische Samarkand und Buchara zu sehen und manche würden nie das Glück haben. „Da kann man doch nur ja sagen und nicht noch überlegen!“ Sicher hatte sie Recht – ich sagte zu!
Monate später stand ich dann mit meinem Fahrrad in einer fremden Welt. Noch nie im Leben hatte ich das erlebt. Schwitzend stand ich in der brütenden Sonne am Straßenrand und neben mir, greifbar nahe, schwangen sich schnee- und eisbedeckte Berge in den Himmel. Das war mein Schlüsselerlebnis. Für einen, der nie die Alpen gesehen hatte, denn sie waren jenseits unserer Welt, kam das einem kleinen Wunder gleich. Der Registan und die Sha i Sinda von Samarkand, die Altstadt von Buchara und diese Landschaft – diese verflixt faszinierende Hochgebirgslandschaft – diese überwältigenden Eindrücke öffneten mir eine neue Welt.
Höhepunkt der ersten Reise war der Ansob-Pass mit 3372 Meter Höhe. Mein vorheriger Höhenrekord lag im Thüringer Wald bei ca. 950 Metern. Noch nicht mal den höchsten Punkt der DDR (1241 m) hatte ich zuvor erobert. Und es gab Stimmen: „wer noch nicht mal auf 1000 Meter war, hat es gar nicht verdient dann schon einen 3000er bezwingen zu dürfen.“ Doch nun wollte ich permanent dahin wo es die höchsten Straßen im Sozialismus gab, der sowjetische Autoatlas wurde zur beliebten Lektüre und ich konnte es kaum erwarten, dass die nächste Tour starten sollte. Zwischen 1986 und 1989 war ich vier mal in Mittelasien unterwegs (ASI, ASII, ASIII & ASIV). Die 89er Tour führte über den Ostpamiertrakt, die höchste Straße die der Sozialismus zu bieten hatte, die wir als erste Ausländer befahren durften (ASIV).

Damals ahnten wir nicht, dass wir jemals Gelegenheit haben werden noch höhere Pässe unter den Reifen zu nehmen. Vierzehn Jahre später ist es dann soweit! Der Manali – Leh – Highway hat durchschnittlich 1000 Höhenmeter mehr zu bieten und hält als krönenden Abschluss den Khardung La, bereit, der als der höchste befahrbare Pass der Welt gepriesen wird.

© 2000-2010 by christoph hoffmann & dr. lutz gebhardt