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Europa XXI - Das andere Mallorca Europa

Zeitraum
Mitfahrer
Wo genau
km
03.04.2005 - 10.04.2005
Christoph Hoffmann
Palma - Sa Cabaneta - Son Arrosa - Pina - Montuiri - Porreres - Felanitx - Son Massia - Porto Cristo - Son Carrio - Sant Llorenc des Cardassar - Son Severa - Pula - Arta - Can Picafort - Port d´Alcúdia - Port de Pollenca - Cap Formentor - Pollenca - Lluc - Sóller - Deià - Estellencs - Port Andratx - Costa de la Calma - Palma
480

Das andere Mallorca
Eine Fahrradtour mit Sack und Pack

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Millionen Deutsche haben auf der Baleareninsel schon ihren Urlaub verbracht. Berichte von „Ballermann 6“ mit Sonne, Strand, Sand und „Gesang“ gibt es zur Genüge. Aber das ist es nicht was uns auf das gebirgige Eiland lockt. Kenner wissen zu berichten, dass abseits der großen Hotelburgen mit ihren wilden Vergnügungszentren, die Insel eine beeindruckende Natur zu bieten hat. Die wollen wir aus der Perspektive des Fahrradsattels erkunden!

Die einzigen Deutschen sind wir nicht, die mit dem Fahrrad durch die Lande rollen. Tausende von Rennradfahrern tun es uns gleich. Doch wir sind quasi die Einzigen, die schwer beladen mit Zelt, Schlafsäcken und Kochausrüstung auf Tour gehen. Alle möchten Anfang April das frühlingshafte Fahrradwetter nutzen, während in Deutschland die Temperaturen noch wenig einladend sind.

Erst rollen wir uns in dem relativ flachen Süden der Insel ein. Die Sonne scheint, Mandelbäumchen blühen, das mediterrane Flair umfängt uns. Ein Plätzchen fürs Zelt zu finden ist jeden Abend schwierig. Unendlich erstrecken sich Zäune am Straßenrad und Tore mit Vorhängeschlössern halten unliebsame Besucher von verlockenden Wiesen fern. Am Südufer des Cap de Pinar schwindet die Hoffnung auf 4 m² ebenen Bodens immer mehr. Die Straße mutiert zum Weg und schließlich drängelt sich ein Pfad gerade noch so zwischen einem Golfplatz und dem Meer. Eigentlich sollten wir umkehren, als sich vor uns das Gelände weitet und der schönste Lagerplatz zum Vorschein kommt.

Das schönste Stück vom Cap de Pinar hat das Militär für sich in Beschlag genommen. Aber der Weg dahin öffnet den Blick auf das Cap Formentor, das in seiner ganzen Schönheit für die Touristen zugänglich ist. Bloß vor dem Genuss hat der Liebe Gott den Schweiß gesetzt. So quälen wir uns bei sengender Sonne Serpentine auf Serpentine 300 Meter in die Höhe. Dummerweise geht es noch 'mal fast an den Strand bevor unser Abstecher seinem Höhepunkt zustrebt. Die Aussicht ist einfach fantastisch – jeder Meter hat sich gelohnt, auch wenn wir das Gleiche wieder zurück müssen.

Das war der Vorgeschmack auf das was uns nun im bergigen Norden erwartet. Monestir de Lluc und Sóller sind Namen die fast jeden Mallorcabesucher was sagen. Für uns ist der Pass am Coma de Son Torella der Höhepunkt der Reise.

Ein Tag früher als nötig schließt sich für uns der Kreis und wir suchen uns ein Zimmer, weil im Großraum von Palma keine Wiese zum Zelten zu finden ist. Das war ein weiser Entschluss. In der Nacht fängt es so an zu schütten, dass wir im Zelt sicher abgesoffen wären. So ziehe ich die Bettdecke nur wieder über die Nase, als das Wetter auch am nächsten Morgen nur Regen zu bieten hat. Erst am späten Nachmittag kann man das Haus verlassen ohne nass zu werden. Als wir dann den Weg zum Flughafen erkunden, glauben wir unseren Augen nicht trauen zu können. Die Berge, die wir noch vor zwei Tagen bei Hitze überwunden haben, grüßen mit einer frischen Schneehaube herüber.

© 2000-2010 by christoph hoffmann & dr. lutz gebhardt