LiLu.tk - Mit dem Fahrrad durch die Welt

Mitfahrer | Diavorträge | Links | Im Spiegel der Presse | Meine höchsten Pässe | über LiLu
ASI (1986) | ASII (1987) | ASIII (1988) | ASIV (1989) | ASV (2003) | ASVI (2006)
AFI (1992) | AFII (2007)
SAI (1997) | SAII (1998) | SAIII (2000) | SAIV (2001) | SAV (2002) | SAVI (2006)
OZI (2003) | OZII (2008)
EUI (1985) | EUII (1988) | EUXIV (1998) | EUXVI (1999) | EUXIX (2003) | EUXX (2004) | EUXXI (2005)
NAI (2005) | NAII (2008) | NAIII (2010)

Ozeanien II - Auf den Spuren der Tasmanischen Teufel Ozeanien

Zeitraum
Mitfahrer
Wo genau
km
11.01.2008 - 09.02.2008
Monika Baron
Melbourne / Devenport - Launceston - Scottsdale - St. Helens - Swansea - Triabunna - Sorell - Hobart - New Norfolk - Westerway - Terraleah - Miena - Deloraine - Sheffield - Devenport / Melbourne
1336

Auf den Spuren der Tasmanischen Teufel
Eine Tandemtour über Tasmanien

mehr Bilder
Waldbrand bei Tarraleah
Nach einer langen Anreise empfängt uns Melbourne Anfang Januar 2008 mit wolkenlosem Himmel. Alles perfekt, wäre unser Tandem auch mit uns angekommen. Ist es aber nicht - so müssen wir unser Packtaschen selber tragen und einen Tag warten bis auch unser Gefährt da ist. Noch müssen wir durch die halbe Großstadt ehe wir die Fähre nach Tasmanien erreichen. Am nächsten Morgen können wir dann in Devenport unser schwer beladenes Tandem aus dem Schiffsbauch schieben und die ersten Kilometer unter die Reifen nehmen. In Tasmanien ist Sommer, der Himmel ist blau und die Temperatur angenehm. Nur die Berge sind für den Anfang etwas heftig und auf den nicht enden wollenden Landregen des dritten Tages hätten wir gern verzichtet.

Nach vier Tagen ist die Ostküste erreicht. Schöne Strände und herrlich türkisblaues Wasser laden zum Verweilen ein. In einem Tierpark können wir fast die ganze Tierwelt kennen lernen, wofür die australische Insel bekannt ist. Die Vorführung des Tasmanischen Teufels ist gerade im Gange und zum Abschluss dürfen alle das schöne weiche Fell streicheln. „Not the had please“ sagt der Tierpfleger, denn diese Aasfresser haben so ein scharfes Gebiss, dass man da auch schnell mal einen Finger einbüßt. Danach werden die Tigersnaks gefüttert, Schlangen, die gleich ganze Kücken runterwürgen. Das sieht schon interessant aus, aber wenn man weiß, dass ihr Biss auch tödlich giftig ist wenn man nicht innerhalb von 3 Stunden ein Gegengift gespritzt bekommt, wird man vorsichtig. Kängurus und Walabies, wie die kleinen Kängurus heißen, hüpfen hier frei herum – in freier Wildbahn haben wir sie meistens nur als „Roadkill“ am Straßenrand gesehen.

Auf dem letzten Stück nach Hobart, der Inselhauptstadt, fegt trotz Sonnenscheins ein eiskalter Wind übers Meer. Man merkt ihm an, dass er direkt von der Antarktis kommt. über die beeindruckende Hobart Bridge erreichen wir die malerisch am Fuße des 1270 m hohen Mt. Wellington gelegene, 200.000 Einwohner zählende Hafenmetropole.

Der Montt Field Nationalpark hat nicht nur mehrere Wasserfälle zu bieten, sondern beeindruckt auch mit majestätischen Bäumen. Der Königseukalyptus erreicht hier Höhen von mehr als 50 m und sein Stamm lässt sich nur von mehreren Personen umfassen.

Waldbrand ist in Australien nichts Besonderes. Schon vor dem Ort St. Helens haben wir verkohlte Wälder gesehen, in denen das ganze Unterholz verbrannt war und nur die schwarzen Stämme des feuerharten Eukalyptus bizarr in die Luft ragten. Auch auf den Weg nach Terralee liegt ein brenzliger Geruch in der Luft und mehrere Feuerwehren passieren unseren Weg. Alles scheint weit weg, doch plötzlich sind wir mitten drin!
Hubschrauber knattern mit „Wasserbomben“ über unseren Köpfen, die sie in nur hundert Meter Entfernung in die prasselnde Glut werfen. Trotzdem steht in der Abenddunkelheit der ganze Hang neben unserem Zeltplatz in Feuer. Flammen züngeln aus den Kronen der Kiefern in den dunklen Nachthimmel während der niedere Bewuchs sich schon unter letzten Zuckungen in Asche wandelt. Am nächsten Morgen ist alles verqualmt – aber Flammen sind glücklicherweise keine mehr zu sehen.

über die kleine Ortschaft Pronte Park fahren wir dem zentralen Hochland der Insel entgegen. Meter für Meter strampeln wir eine Schotterpiste empor, ehe wir den Gread Lake in 1060 m Höhe erreichen.

Nach knapp drei Wochen ist der Kreis geschlossen und die Wetterprognose auf Tasmanien nicht gerade verlockend. So treten wir mit dem Schiff die erste Etappe der Rückreise an. In Melbourne können wir noch drei schöne Tage erleben, ehe wir nach 1336 Radelkilometern und 12.200 Höhenmetern wieder über Dubai unsere weite Heimreise antreten.

© 2000-2010 by christoph hoffmann & dr. lutz gebhardt