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Südamerika III - Araukanien - Blaue Seen und weiße Vulkane Südamerika

Zeitraum
Mitfahrer
Wo genau
km
03.11.2000 - 26.11.2000
Cornelia Groß,
Jens-Ulrich Groß
Temuco - Villarrica - Pucon - San Martin de Los Andes/Arg. - Puerto Fuy - Panguipulli - Los Lagos - Futrono - Llifén - Lago Rango - Entre Lagos San Carlos de Bariloche/Arg. - Puerto Blest - Ensenada - Puerto Montt
1090

Araukanien: Blaue Seen und weiße Vulkane
Eine Fahrradtour durch das Chilenisch-Argentinische Seengebiet

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Wenig einladende 15 °C und ein verhangener Himmel empfangen uns Anfang November 2000 in Temuco, dem Ausgangspunkt unserer dreiwöchigen Tour. Die Umgebung ist sattgrün und von Landwirtschaft geprägt Unendliche Stacheldrahtzäune zu beiden Seiten der Straßen und Pisten markieren den Besitz der kleinen Bauern und der größeren Haziendas. Nach gut 100 Kilometern ist das Seengebiet erreicht. Chilenische Schweiz nennt man diesen Flecken, der sich in den letzten Jahren zur vielbesuchten Urlauberregion des Landes entwickelt hat. Im Januar und Februar, dem südlichen Sommer, bekommt man hier vor lauter Menschen kaum den Fuß auf den Boden, aber jetzt ist alles noch ruhig. Im sonst so quirligen Pucón ist unser Dreierteam, zu dem auch ein Tandem Anhänger gehört, die Attraktion.

Der Villarrica, ein tätiger Vulkan, ist der erste Höhepunkt der Reise. Gemeinsam mit 30 Touristen aus aller Welt erreichen wir nach fünfeinhalbstündigem Aufstieg durch Schnee und Eis den 2840 Meter hohen Gipfel und wagen den Blick in den rauchenden Krater. Im Nationalpark Lanin sehen wir neben anderen knorrigen Baumriesen die ersten Araukarienwälder, die in den Höhenlagen der Anden prächtig gedeihen.
(Erlebnisbericht: "Dem Villarrica aufs Dach ...")

Viermal überqueren wir die Grenze zwischen Chile und Argentinien und damit auch die Anden, die hier 1000 bis 2000 Meter hoch sind. Der Verkehr ist in den einsamen Höhenlagen gering und die Straßen sind meistens geschottert. Im argentinischen San Martin de los Andes müssen wir einen Tag pausieren, weil unerwartet der Winter zurückkehrt und die umgebenden Berge in eine tiefe weiße Pracht hüllt.

Zurück in Chile werden wir von strahlendem Sonnenschein verwöhnt. Tiefblaue Seen, überragt von ebenmäßigen weißen Vulkankegeln und umrahmt von sattgelben Ginsterhecken sowie rotblühenden Bäumen sind in ihrer Schönheit kaum zu übertreffen. Ebenso beeindruckend ist der immergrüne, kalte Regenwald im Nationalpark Puyehue. Mit über 4000 mm Niederschlag im Jahr befindet er sich in einer der feuchtesten Gegenden der Erde. Hier wuchert ein faszinierender Urwald mit Bambusdickicht und majestätischen Bäumen. Nach dem passieren des riesigen Lago Nahuel Huapi und der argentinischen Ferienmetropole San Carlos de Bariloche können wir unseren Weg nur noch auf dem Wasser fortsetzen. Mehrere Seen, die mit Geröllpisten verbunden sind, bilden hier die einzige Verbindung.

Nach 1090 Kilometern und 12.800 Höhenmetern ist die chilenische Hafenstadt Puerto Montt erreicht. Wieder heißt es Abschied nehmen von diesem faszinierenden Kontinent, der uns nicht das letzte Mal gesehen hat.

© 2000-2010 by christoph hoffmann & dr. lutz gebhardt